Über die Reihe

Profil

Freiwilligendienste spielen eine wachsende Rolle in den Lebensentwürfen immer mehr junger, aber auch älterer Menschen. Ob im Inland oder im Ausland: Freiwilligendienste ermöglichen prägende Erfahrungen, geben berufliche (Neu-)Orientie­rung und vermitteln wichtige soziale oder interkulturelle Kompetenzen. Dabei dienen sie nicht zuletzt auch als Lebenslauf-Entschleuniger in einer bildungspolitischen Großwetterlage, die darauf abzielt, Menschen in möglichst jungen Jahren ins Erwerbsleben zu schicken. Für die Einsatzstellen wiederum sind die dort mitarbeitenden Freiwilligen weit mehr als nur zwei weitere helfende Hände. Durch ihre Unterstützung können viele soziale, ökologische, kulturelle oder entwicklungspolitische Projekte ihre Arbeit auf sicherere Füße stellen, zusätzliche Angebote machen und oft auch vom frischen Blick und von neuen Impulsen der Freiwilligen profitieren.

Gleichzeitig werden Freiwilligendienste auch als Politikfeld immer relevanter. Eine Viel­zahl staatlicher Programme unterschiedlicher Ressorts auf europäischer, Bundes- und Länderebene fördert Freiwilligendienste im In- und Ausland. Wissenschaftliche Erkenntnisse fließen in die Implementierung und Steuerung dieser Programme dabei nur selten ein, was nicht zuletzt an den spärlichen Forschungsaktivitäten in dem Bereich liegt. Durch die wachsenden staatlichen Aktivitäten im Bereich Freiwilligendienste sehen sich die etablierten zivilgesellschaftlichen Träger wiederum vor Herausforderungen gestellt, die viele als ein verunsicherndes Spannungsfeld zwischen besserer Finanzierungs-möglichkeit und geringerer Selbstbestimmung wahrnehmen.

In diesem Gesamtkontext ist es erstaunlich, dass es bislang relativ wenig Forschung im Bereich Freiwilligendienste gibt, von der dann noch weniger veröffentlicht wurde. Diese Schriftenreihe versteht sich daher als Beitrag zur Verbreitung wissenschaftlicher Ergeb­nisse über Freiwilligendienste und als Forum für Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen zur Vorstellung ihrer Arbeiten. Sie soll empirische und theoretische Studien aus so unterschiedlichen Fächern wie Erziehungswissenschaften, Ethnologie, Geographie, Kulturwissenschaften, Politikwissenschaften, Psychologie, Soziologie, Theologie oder Verwaltungswissenschaften der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich machen. Neben der Bereicherung des wissenschaftlichen Diskurses über Freiwilligendienste verfolgt diese Schriftenreihe auch den Anspruch, sowohl politisch steuernden als auch operativ durchführenden Akteuren Handlungsoptionen für die Ausgestaltung von Freiwilligendiensten aufzuzeigen.

Information für Autor/innen:

Wenn Sie Interesse an einer Veröffentlichung in unserer Schriftenreihe haben, schreiben Sie uns: Kontakt…

Herausgeber

Dr. Jörn Fischer, Jahrgang 1976, hat in den Jahren 1996/97 den „Anderen Dienst im Ausland“ (Zivildienstersatz) in Montevideo/Uruguay geleistet. Nach Rückkehr aktiv in der politischen Interessenvertretung für Freiwillige als Gründer und Vorsitzender von grenzenlos e.V. – Vereinigung internationaler Freiwilliger. Von 2007 bis 2011 Mitarbeiter im weltwärts-Sekretariat mit Zuständigkeiten für Evaluation, Qualitätssicherung und Rückkehrarbeit; von 2011 bis 2012 tätig bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Im Jahr 2005 Studienabschluss als Diplom-Regionalwissenschaftler Lateinamerika an der Universität zu Köln; 2004 bis 2008 Mitarbeiter und seit 2008 assoziierter Wissenschaftler am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. 2011 Promotion zum Dr. rer.pol. Seit 2012 ist er Herausgeber von Voluntaris – Zeitschrift für Freiwilligendienste und zivilgesellschaftliches Engagement.

// joern.fischer@uni-koeln.de // https://cccp.uni-koeln.de/de/joern-fischer

Benjamin Haas (M.A.), Jahrgang 1984, hat im Jahr 2005 einen Freiwilligendienst in Granada/Nicaragua sowie den  Zivildienstersatz 2005/06 im Großraum Buenos Aires/Argentinien geleistet. Daraus erwuchs ein mehrjähriges Engagement in der pädagogischen Begleitung von Freiwilligen sowie eine Beteiligung an der Weiterentwicklung des Freiwilligenprogramms der Iglesia Evangélica del Río de la Plata. Politisch engagierte er sich in den Jahren 2010/11 als Ehemaligen-Vertreter  in der Referenzgruppe zur weltwärts-Evaluierung. Von 2011 bis 2013 war er hauptberuflich in der „Koordinierungsstelle weltwärts“ in der Engagement Global gGmbH in Bonn tätig mit den Zuständigkeiten Evaluation, Qualitätssicherung und Programmentwicklung. Er ist freiberuflich als Trainer, Gutachter und Berater in der politischen und internationalen Bildungs- und Projektarbeit tätig.

Er hat von 2013 bis 2015 in Leiden/NL und London “Cultural Anthropology and Development Sociology”  (M.A.) studiert. Im Jahr 2011 schloss er mit einer theoriegeleiteten Studie zu weltwärts den B.A. in Regionalstudien Lateinamerika an der Universität zu Köln ab. Seine Abschlussarbeit ist 2012 unter dem Titel “Ambivalenz der Gegenseitigkeit” in dieser Schriftenreihe erschienen. Seit 2012 ist er Herausgeber von Voluntaris – Zeitschrift für Freiwilligendienste und zivilgesellschaftliches Engagement und seit Januar 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent an der Professur für Sozialpolitik und Methoden der Qualitativen Sozialforschung und am Seminar für Genossenschaftswesen an der Universität zu Köln.

// benjamin.haas@uni-koeln.de // www.benhaas.de