Band 9

Daniel Skoruppa (2018): Freiwilligendienst auf Augenhöhe? Eine machtkritische Analyse von weltwärts Süd-Nord

Erscheinungsdatum: 2018 | ISBN: 978-3-8487-5296-6 | Umfang: 148 Seiten | Format: 21,0 x 14,5 cm | Preis: 26,00 Euro, auch als ebook erhältlich | Im Nomos Shop…

Seit seiner Einführung 2008 wurde das weltwärts-Programm als „Einbahnstraße“ kritisiert. Im Jahr 2013 startete schließlich die Süd-Nord-Komponente, die zu einem gleichberechtigten Austausch zwischen den Partnern im Globalen Norden und Süden beitragen soll. Doch lässt sich das Konzept des Förderprogramms einfach umdrehen und dadurch in eine Begegnung „auf Augenhöhe“ verwandeln?
In diesem Band identifiziert Daniel Skoruppa strukturelle Machtverhältnisse und deren Auswirkungen auf verschiedene Ebenen innerhalb der weltwärts Süd-Nord-Komponente. Welche Rolle wird den Süd-Freiwilligen und den sogenannten Partnern zugeschrieben? Wie werden Wissen, Zuständigkeiten und Ressourcen verteilt? Welche Herausforderungen ergeben sich für die pädagogische Begleitung? Und welche Strategien für einen sensiblen Umgang mit ungleichen Positionierungen der verschiedenen Akteure lassen sich hieraus für die Praxis ableiten?
Zentrale Konzepte des Programms wie Entwicklung, Weltbürgertum oder Peer-to-Peer werden re-interpretiert und durch neue Ansätze wie Powersharing, Empowerment, und multilaterale Freiwilligendienstformate ergänzt. Die Analyse knüpft damit an die Ergebnisse der rassismuskritisch-postkolonial geprägten Debatte um das weltwärts-Programm an und überträgt diese erstmals und umfangreich auf den Süd-Nord-Kontext.

Autor: Daniel Skoruppa, Jahrgang 1985, hat 2006 den „Anderen Dienst im Ausland“ (Zivildienstersatz) in Quito/Ecuador geleistet. Nach Rückkehr mehrjähriges Engagement in der pädagogischen Begleitung von Freiwilligen und der Kommunikation mit Partnerorganisationen in Ecuador.
Studienabschlüsse in Ethnologie (B. A., Universität Leipzig) und Soziale Arbeit (M. A., Fachhochschule Erfurt); seit 2012 freiberufliche Tätigkeit in der politischen Bildungsarbeit mit den Schwerpunkten Rassismus, Kolonialismus, Migration und Entwicklung.
Für seine in diesem Band veröffentlichte Masterarbeit wurde er 2016 mit dem Joseph Schmitt-Preis des Internationalen Bauordens ausgezeichnet.

„Das große Verdienst von Daniel Skoruppa ist, die Machtverhältnisse konsequent aus der postkolonialen und rassismuskritischen Perspektive beleuchtet zu haben, und aufzuzeigen, welche Optionen es gibt aus dieser kritischen Analyse heraus zu lernen und geeignete Strategien zu finden, die den ungleichen Machtverhältnissen etwas entgegensetzen können.“

Dr. Christine Rehklau (Fachhochschule Erfur, Betreuerin der Abschlussarbeit)

„Eine Pflichtlektüre für alle Praktiker_innen und Politiker_innen aus dem Bereich internationaler Freiwilligendienste! Daniel Skoruppa leistet einen wichtigen Beitrag zur Anwendung postkolonialer Theoreme auf das Feld der Freiwilligenarbeit im Nord-Süd-Kontext.“

Benjamin Haas (Herausgeber)

Aus dem Inhalt: Geleitworte und Inhaltsverzeichnis